Cumbria Way 3

Coniston - Great Langdale


17,5 km, 297 HM auf und 248 HM ab
(lt. App-Aufzeichnung waren heute 25,2 km unterwegs)

Markierung: Cumbria Way - Weg ist nur zum Teil markiert, Karte und Track wird dringend empfohlen

 

Mehr Infos zur Tour am Ende des Berichts im Outdooractive-Link.


14.05.2019

 

Heute wollen wir Richtung Great Langsdale und der Weg führt uns heute wieder an einem schönen See und durch viele kleine Täler hindurch. Um 6 Uhr stehe ich auf und will frische Luft schnappen :-), aber das Hotel ist versperrt und öffnet erst um 7 Uhr. Also wieder zurück auf unser Zimmer und die Tour vorbereiten. Gegen 7.30 Uhr steht Elke dann auch auf. Mittlerweile habe ich schon wieder ein paar Mal die Welt gerettet :-). Um 8.30 Uhr gibt es Frühstück im Crown Hotel in Coniston. Für Elke gibt es ein Omelett mit Tomaten und für mich ein "Full English". Wir starten heute um 9.20 Uhr und das Wetter ist wieder mal TOP. Strahlender Sonnenschein und es soll heute sogar richtig heiß werden. Wer hätte gedacht, das wir in England, im regenreichsten Gebiet der Insel, Sonnencreme brauchen? Direkt am Hotel führt der Cumbria Way vorbei und wir folgen ihm auf der Straße B5285 und nach ein paar Metern geht es nach links in die Shepherd´s Bridge Lane. Vorbei an ein paar Häusern erreichen wir auf der rechten Seite eine Brücke und es geht über den Yewdale Beck und dann gleich wieder links auf einen Pfad. 

Dann geht es durch ein Gatter und wieder über eine Schafsweide. Heute geht es gleich in der früh ein paar Meter nach oben. Hier ist es aber richtig schön und man hat von hier einen schönen Blick zurück auf Coniston, Coniston Water und der Old Men of Coniston. Die Schafe begleiten uns wirklich den ganzen Cumbria Way. Wir sind schon einige Fernwanderwege gegangen, aber so viele haben wir noch nicht gesehen. Trotzdem toll, die kleinen Lämmer schauen uns immer recht frech an und dann laufen sie doch wieder zur Mama und verstecken sich. Manche sind richtig frech, aber am Ende verlässt sie dann immer der Mut und die Mama muss helfen :-). 

Wir verlassen die Weide wieder über ein Gatter und dann geht es durch einen schönen "Stechginsterwald". Hier blüht er bereits richtig schön und alles duftet nach Kokosnuss. Elke ist wieder mal am "schnüffeln" :-). Danach geht es ein paar Meter durch den Wald Guards Wood, wo wir uns an der Kreuzung links halten. 

Nachdem kurzen Stück durch den Wald erreichen wir wieder die nächste Schafsweide und sind jetzt im Tal des Yewdale Beck. Wahnsinn!!! Hier gibt es in alle Richtung Fotomotive und ich habe wirklich sehr viele Fotos gemacht und nur einen Teil seht ihr hier. Eines der größeren Schafe war sogar mal richtig anhänglich und hat Elke ein paar Meter verfolgt, bevor es doch den Mut verlassen hat. Die Weide ist wieder sehr groß und ein Wiesenpfad führt uns hindurch. Das mit dem Tal und das es richtig klasse ist..., das hatte ich schon mal gesagt, oder :-). Wenn nein, hier ist es richtig schön!!! 

Am Ende der Weide geht es nach links auf einen Schotterweg, welchen wir bis zu einer Brücke über den Yewdale Beck folgen. Hier halten wir uns rechts und es geht wieder über eine Wiese zum nächsten Wald, den Tarn Hows Wood. Wir folgen dem kleinen Bach, der dem Tal seinen Namen gibt. 

Wir sind jetzt in Tarn Hows Wood und der Weg führt uns an riesigen Bluebellswiesen vorbei (blaue Glockenblume oder Hasenglöckchen). Soweit das Auge reicht ist alles voller blauer Glockenblumen. In England gibt es um sie einen richtigen Hype, da sie nur wenige Tage blüht und es auch nicht mehr so viele ihre Art gibt. Immer wieder sehen wir Bluebellswiesen in denen mehrere tausend wachsen. Danach geht es über einen Pfad am Hang nach oben. Wir treffen am steilsten Stück auf eine Steinmauer, von welcher aus wir wieder eine tolle Sicht hinunter ins Tal haben. Das macht Spaß!!! Elke hat sich wieder sofort in das Moos verliebt? Hm...? Aber na ja, schön ist es hier auf jeden Fall. 

Oben angekommen, treffen wir auf ein einzelnes Haus und es geht auf einem Schotterweg am Hang entlang. Immer wieder hat man eine schöne Sicht zurück ins Tal. An der nächsten Kreuzung biegen wir nach links ab und folgen einer kleinen Nebenstraße den Berg hinauf. 

Oben hören wir schon Motorenlärm und sehen viele Autos. Wir sind am Parkplatz Tarn Hows Bergsees angekommen. Hier ist mächtig was los. Für den Rundweg um den See kann man sich sogar einen Elektroscooter ausleihen. Es handelt sich hier um ein "National Trust". Im 19. Jahrhundert waren hier noch drei Seen, aber ein reicher Industrieller kaufte diese und baute daraus einen See mit Rundweg, damit er seine Besucher beeindrucken kann. Wir gehen hinunter zum See, machen ein paar Fotos und setzen uns in die Wiese und machen eine kleine Trinkpause. Im Minutentakt laufen Menschen an uns vorbei und wir machen uns dann wieder auf den Weg. Aber wir haben eine Entenmama mit einer Fußballmannschaft getroffen :-).  

Der Cumbria Way führt um die Westseite des Tarn Hows und wir haben von hier immer wieder einen schönen Blick auf das Wasser. Unterwegs kommen wir auch an einem Münzbaum vorbei, welcher mit hunderten von Münzen gespickt ist. Hier ist echt mächtig was los und so sind wir froh, das wir am Nordende des Sees nach links abbiegen können. Aber wir sind nicht alleine!!! Heute vormittags waren wir immer mal wieder mit einem Engländer und seinen beiden Begleiterinnen im Gespräch und jetzt sind 6 wirklich ältere Ladys am Weg unterwegs. Wir tauschen einige nette Worte und überholen sie aber nach kurzer Zeit. Es geht nun auf einem steinigen Schotterweg weiter.

Auch von hier haben wir wieder einen schönen Blick ins Tal hinab und auf den Berg Holme Fells. Am Ende des Weges treffen wir auf eine kleine Zufahrtsstraße und biegen hier wieder nach links ab. Kurze Zeit später kommen wir an einem Haus mit dem Namen High Oxen Fell vorbei und überqueren die Straße A 593.  

Jetzt geht es zuerst auf einem Pfad an der Straße entlang und dann wieder durch eine Schafsweide. An der nächsten Kreuzung halten wir uns wieder links und kommen jetzt in den High Park. Auf einer kleinen Straße geht es wieder mal bergauf und wir sehen auf der rechten Seite den Great How, der aussieht wie drei steinerne Köpfe. 

Nach der Anhöhe geht es auch schon wieder nach unten und wir folgen einer Steinmauer. Wir sehen vor uns auch schon drei Häuser, das ist die Ortschaft High Park. Wir müssen wieder mal über ein Kuhgitter "balancieren" und dann geht es durch den kleinen Ort. ACHTUNG: Hier kommt man nicht einfach vorbei. Es steht hier ein Schild das zum Bleiben auffordert :-). Hier gibt es Kaffee und Kuchen. Also befolgen wir den Hinweis und bestellen uns einen Kaffee und einen Tee, dazu gibt es Scones und einen Homemade Cake. Die ältere Besitzerin des Hauses verdient sich so ein wenig was zur Rente dazu. Ein schöner Platz, wir sind hier auch nicht alleine, denn ständig sehen wir Radfahrer und Wanderer. Der Kuchen schmeckt richtig gut und wird standesgemäß auf ganz kitschigen Tellern gereicht. Wir bleiben hier fast eine halbe Stunde und genießen die Sonne. Unsere "Mitwanderer" treffen wir trotzdem nicht, ich denke, sie haben eine Abkürzung genommen und den High Park ausgelassen. Da haben die echt was versäumt. 

Frisch gestärkt und mit einem Zuckerschock machen wir unser wieder auf :-). Es geht auf einem Pfad weiter. Wir werfen nochmals einen Blick zurück auf den Ort Hogh Park. Total kitschig, Rosamunde Pilcher lässt grüßen :-). Es geht durch einen kleinen Wald, der eher einem Stadtpark ähnelt. Einmal rauf und dann wieder runter und wir treffen wieder auf eine kleine Straße, der wir nach rechts folgen. 

Nach dem wir den River Brathay überquert haben, geht es nach links. Der Pfad ist mit einer "riesigen" Holztüre gesichert :-). Es geht ein wenig am Fluß entlang, bevor im nächsten Waldstück über Stufen richtig steil einen Hang hinauf müssen. Oben angekommen führt uns der Weg wieder mal durch eine Schafsweide und auch hier müssen wir uns durch einen kleinen Spalt in der Mauer hindurchquetschen. Komischerweise kommt uns gerade jetzt eine Frau mit einem Waffeleis entgegen. Hm, wo wird die das her haben? Bis zur nächsten Ortschaft sind es noch einige Kilometer. 

Wir kommen an der Farm Park How vorbei, durch die der Cumbria Way führt. Wir biegen ums Eck und werden von einer älteren Lady zurückgerufen. Sie steht in einem Nebengebäude und bügelt ihre Wäsche. Außerdem verkauft sie Eis :-) und da müssen wir nicht überlegen. Da schlagen wir natürlich zu - es gibt zwei Kugeln für jeden. Die "Eisverkäuferin" erzählt uns, das sie so ein paar Pfund zusätzlich verdient. Eigentlich hat sie nur "Katsching" gesagt :-). Das bedeutet übrigens "Geld kommt rein" und stammt aus den Fünfzigern als die Registrierkassen noch eine Glocke hatten, damit man sie nicht unbemerkt öffnen konnte. Bei jedem Öffnen macht es Katsching und es war mehr Geld in der Kasse. So war es heute auch bei ihr, den die Eisboxen waren schon recht leer. Nun geht es auf einem schönen Weg über kleine Weiden und wir kommen am einen Gatter zu einem Park. Ja, jetzt haben wir wieder eine Ortschaft erreicht - Skelwith Bridge. 

Der Weg durch den Park führt aber nicht direkt in den Ort. Wir folgen dem Fluss River Brathay und treffen kurze Zeit später auf einen Wasserfall. Ein kleinen Abstecher zu den Skelwith Force muss drin sein. Hier stürzt der Fluss einige Meter in die Tiefe. Weiter geht es über eine Stahlbrücke über den Fluss und hier biegen wir nach links ab. Nach dem Gatter sehen wir schon wieder jede Menge Spaziergänger und einen langen "Highway" der am Fluss entlang führt. Wir machen hier im Schatten erstmal eine kleine Trinkpause und schauen uns das Treiben an :-). 

Nach einer kurzen Pause in der Wiese geht es weiter und wir "kämpfen" uns auf dem Highway am River Brathay entlang. Nach kurzer Zeit kommen wir zum See Elter Water, welcher einerseits auf dem River Brathay und andererseits vom Great Langdale Beck gespeist wird. Hier machen wir einen Fotostopp. Wahnsinn, was auf diesem Abschnitt Menschen unterwegs sind? Hoffentlich wird es bald wieder ruhiger. Komisch, immer wenn wir auf Fernwanderwegen unterwegs sind, genießen wir die einsamen Wege und kaum kommen wir in eine Stadt, wollen wir so schnell wie möglich wieder weg. Zuhause macht uns das aber gar nicht aus???

Nach unendlich langen drei Kilometern auf der Autobahn erreichen wir die Ortschaft Elterwater und überqueren den Bach auf einer alten Steinbrücke. Hier machen wir wieder eine kurze Trinkpause, denn es ist richtig heiß heute. Wir sitzen am Brückengeländer und schauen uns das Treiben an, merken aber auch, das es ab jetzt wieder ruhiger wird, denn keiner geht über die Brücke. Ob die vor uns Angst haben? Oder ist die Brücke kaputt? Oder gibt es nur auf der anderen Seite kein Restaurant? Wir werden es nie erfahren :-). 

Hinter der Brücke geht es nach rechts und wir folgen einer kleinen Straße, die zu einem Steinbruch (Schieferplatten) führt. Nach ein paar hundert Metern geht es nach rechts und wir kommen an einem riesigen Schieferplattenabraumhügel vorbei. Hier ist sogar der Weg aus Schiefer gebaut worden. Danach überqueren wir den Great Langdale Beck über eine kleine Stahlbrücke und sind jetzt in der Ortschaft Chapel Stile. 

Nun führt uns der Cumbria Way an einem Lokal vorbei und ein paar Meter später geht es nach links auf einer kleinen Straße weiter. Überall sieht man Schieferplatten. Auf der Straße, neben der Straße, die Häuser sind aus Schiefer und über den Häusern sieht man Abbau von Schiefergestein. Wir überqueren abermals den Great Langdale Beck und biegen nach rechts ab und gehen neben der Straße auf einem Pfad weiter. Die nächsten Kilometer geht es wieder mal durch einige große Schafsweiden, anfangs noch auf einem breitem Weg. 

Jetzt wird der Weg wieder besser. Wir gehen auf einem Pfad zwischen hohen Steinmauern entlang und biegen in das Tal Great Langdale hinein. Der größte Berg hat den Namen Harrison Stickle. Morgen geht es an dem Berg über einen Pass vorbei - der Stake Pass. Das wird gut. Aber jetzt geht es erstmal auf dem steinigen Pfad weiter und die Blicke in dem Tal sind wieder der Hammer. Solche Wege machen wieder richtig Spaß und die Landschaft sowieso. 

Der Pfad wird immer steiniger und führt uns immer weiter den Hang hinauf. Wir haben einen richtig schönen Blick in das Tal Great Langdale. Der Cumbria Way führt hier immer an den Steinmauern entlang. Eine Bluebellswiese finden wir hier auch wieder. Wir können am Ende des Tals schon den Pass sehen, über den wir morgen klettern müssen. Jipie!!! Die Sonne scheint immer noch und es ist echt heiß heute. Wir sind dann auch froh wenn wir die heutige Tour geschafft haben.

Am höchsten Punkt des Pfades biegen wir nach rechts ab und es geht durch ein Gatter. Auf der anderen Seite geht es über große Steinstufen hinab zu einer Farm. Dort biegen wir nach rechts ab und überqueren den Bach Great Langdale Beck ein letztes Mal. Es geht durch den Hof der Farm und auf einem Schotterweg geht es hinaus Richtung Straße. 

Wir haben die Straße erreicht. Der Cumbria würde auf der anderen Seite weiterführen. Wir biegen aber hier nach rechts ab und gehen zu unserer heutigen Unterkunft, dem New Dungeon Ghyll. Es sind nur ein paar Meter auf der B53543 und kurze Zeit später erreichen wir unser heutiges Tagesziel. Es ist 16.30 Uhr und auf der Terrasse vor dem Hotel sind einige Wanderer. Hier gibt es sogar eine Walker Bar. Wir setzen uns und bestellen ein Wasser und ein Radler. Neben uns sitzt ein kanadisches Pärchen, die den Cumbria Way auf 5 Tage gehen. Er wollte auf 4 Tage und sie nicht :-). Für ihn hat es aber eine schöne Bedeutung. Er wohnt seit einigen Jahren in Kanada und stammt eigentlich auf Carlisle, dem Ende des Cumbria Way. Er möchte zu Fuß nach Hause, bzw. zu seinen Eltern laufen. Cool. Um 17 Uhr geht es ins Zimmer und wir "kultivieren" uns. Die Übernachtung kostet übrigens 128 GBP mit Frühstück. 

Frisch geduscht gehen wir um 18 Uhr in die Walkers Bar, bestellen uns zwei Radler und setzen uns wieder auf die Terrasse. "Beer is proof:  God loves us and wants us to be happy! steht auf den Gläsern :-). Nachdem wir wieder mal ausführlich die Karte studiert haben und den ganzen Tag schon gesagt haben, das wir abends kein Fleisch essen wollen... Also Elke hat sich dann ein Chilie con Carne mit Reis und Minze bestellt und für mich gab es ein 8OZ Schinkensteak mit Kartoffeln, Tomate und Champignons und für beide noch einen Side-Salat. Das Essen war wieder mal sehr gut, auch wenn es wieder mit Fleisch war :-). Übrigens war das Essen immer und überall echt gut. Kein einziges Mal hatten wir was auszusetzen. Nach dem 2. Radler sind wir dann auf unser Zimmer, haben noch gepostet, die Nachrichten gelesen und um 21.30 Uhr war heute wieder Zapfenstreich :-). Tolle Tour durch schöne Täler und vorbei an großen Bergen. 


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