Rundweg, 8,0 km und 269 Höhenmeter
Markierung: "42"
30.04.2026
Heute wollen wir ins Erlautal und auf die König-Max-Höhe. Die Tour steht schon ewig auf unserer Liste und heute ist es soweit.
Wir haben gestern unser Wandergebiet vom Oberpfälzer Wald auf den Bayerischen Wald gewechselt und haben auf dem Heiligen Berg Niederbayerns auf dem Bogenberg übernachtet. Wir stehen heute recht früh auf, da Elke um 8 Uhr einen Termin in Bogen hat. In der Zwischenzeit fahre ich in den Supermarkt und kaufe für die nächsten Tage ein. Um 9 Uhr ist Elkes Termin zu Ende und wir düsen in Richtung Passau. In Kellberg wird erst einmal an den Badeweihern gefrühstückt. Danach geht es zum Startpunkt unserer Tour ins Erlautal. Wir parken am tiefsten Punkt der Staatsstraße von Kellberg nach Untergriesbach (Navi: St2319, Untergriesbach) auf einem Parkplatz entlang der Straße. Auf der anderen Seite der Straße führt ein steiler Weg hinab ins Erlautal. Wir folgen der kompletten Runde der Markierung "42". Nach ein paar Serpentinen sind wir auch schon da und folgen dem Weg nach links oder besser gesagt flussabwärts. Wow, ein richtig tiefes Tal mit vielen Felsen und den verschiedensten Grüntönen. Der Pfad bringt uns zu einer Art Sandstrand, wo wir einer kleinen Haubentaucher-Familie zuschauen. Wow, schon mal ein super Auftakt. Nur ein paar Meter später kommen wir an einem alten Wehr vorbei. Hier sollte einst ein Triftkanal entstehen, erbaut von österreichischen Soldaten. Kurz vor Fertigstellung begann der Krieg mit Napoleon und danach ging das Gebiet von Österreich an Bayern über und der Kanal wurde nicht zu Ende gebaut. Die Überreste sieht man hier uns entlang der Erlau noch sehr deutlich.
Kurz darauf kommen wir den Überresten einer alten Bahnbrücke vorbei. Im Tal selber sieht man noch die Gleise der stillgelegten Bahn. Die Sonne scheint und es ist richtig heiß hier im Tal. Nach kurzer Zeit queren wir eine Holzbrücke über den Figerbach. Nach einem kurzen Abstecher zu einer Reibn folgen wir wieder dem Weg und nur 100 Meter später treffen wir auf eine riesige Brücke über die Erlau. Sie wurde von der Bundeswehr in den Achtzigern erbaut. Krasses Teil mitten im Tal, das hier eher an eine Klamm erinnert. Auf der anderen Seite führt uns ein Pfad mit Geländer nach oben. Hier stand einst die Burg Erlstein am Schlossberg, von der aber nichts mehr übrig ist. Der mit Geländer gesicherte Pfad folgt nun hoch oben über der Erlau dem Talverlauf. An der nächsten Kreuzung bleiben wir am Talrand und nun geht es wieder bergab. Unten angekommen queren wir die alte Bahnbrücke, die direkt an einem Tunnel verbaut ist.
Ab der Brücke wird der Weg ruhiger und das Tal wird breiter. Wir folgen einem alten Versorgungsweg entlang der Erlau und erreichen nach einem weiteren Kilometer die Holzschleife.
Die historische „Holzschleife“ im Erlautal bei Obernzell entstand 1883 als mechanisches Werk, das mittels Wasserkraft Holzschliff für die flussabwärts gelegene Papierfabrik Erlau herstellte. Der industrielle Aufschwung durch die Holz- und Papierwirtschaft prägte die Infrastruktur des Tals nachhaltig, unter anderem durch den Anschluss an das regionale Eisenbahnnetz. Heute ist sie ein Wasserkraftwerk.
Wir biegen hier nach rechts ab und es beginnt ein langer Anstieg. In langen Serpentinen führt uns der Weg nach oben. Ein Kilometer und 150 Höhenmeter sind es bis zum Ende des Waldes zu überwinden. Auf diesem Abschnitt gibt es Eidechsen ohne Ende; überall sieht bzw. hört man sie in das Laub huschen. Oben angekommen sehen wir schon den Ort Kapfham. Eine kleine Straße bringt uns in den Ort.
Am Ortsende von Kapfham besuchen wir noch die neu renovierte Kapelle und dann geht es hinaus aus dem Ort. Nach 200 Metern biegen wir nach rechts auf einen Feldweg ein und sehen zu unserer Linken bereits die König-Max-Höhe. Nach nur wenigen Metern erreichen wir die Anhöhe und Aussichtspunkt. Es scheint zwar die Sonne, aber der Wind ist eiskalt und so machen wir Brotzeit mit dicker Jacke und Mütze.
Die König-Max-Höhe ist ein 521 Meter hoher Aussichtspunkt nahe Kellberg, der nach einem begeisterten Besuch des bayerischen Königs Maximilian II. im Jahr 1852 benannt wurde. Eine Granitsäule erinnert dort an den Monarchen, während Besucher von der Anhöhe aus einen weiten Panorama-Rundblick über den Bayerischen Wald bis hin zu den Alpen genießen können. Legendär ist das Zählen der umliegenden Kirchtürme, von denen man bei klarer Sicht vom Gipfel aus bis zu 36 Stück entdecken kann.
Wir folgen der Straße bergab und biegen an der nächsten Kreuzung rechts ab. Vorbei an einem Haus erreichen wir bald ein Waldstück. Hier biegen wir nach links ab und ein Waldpfad führt uns weiter bergab. An dessen Ende erreichen wir die Klinik Professor Schedel (Die Klinik Prof. Dr. Schedel in Thyrnau/Kellberg ist eine renommierte onkologische und gastroenterologische Rehabilitationsklinik, die Patienten nach Krebserkrankungen oder schweren Operationen bei der Genesung und dem Wiederaufbau ihrer Leistungsfähigkeit unterstützt.) Am Kneippbecken biegen wir nach rechts ab und es geht an zwei Weihern vorbei. Am Waldrand biegen wir zuerst nach links und dann gleich wieder rechts ab. Es geht nun über einen Waldweg weiter. Nach 400 Metern biegen wir auf den Pfad zu unserer linken ein und der Abstieg ins Erlautal beginnt. Der Pfad macht wieder richtig Spaß und nach einem Kilometer sind wir wieder an der Erlau und nehmen den bekannten Stichweg hinauf zu unserem Parkplatz. WOW - das Erlautal ist richtig cool und eines der schönsten Flusstäler, die ich im Bayerischen Wald bisher erwandert habe.
Um 16.15 Uhr sind wir wieder am CamperVan, und es geht weiter zu unserem Übernachtungsplatz. Wir haben einen Parkplatz bei Jochenstein gefunden. Schau ma mal, was das wird. Nach 30 km und 30 Minuten sind wird da und krass, ist das ein cooler Parkplatz. Wir stehen direkt am Jochenstein Kraftwerk und Schleuse und die Ausflugsdampfer fahren fast direkt durch unseren CamperVan durch, so nah dran sind wird. Ist das ein cooler Stellplatz. Wir erkunden noch die Umgebung und laufen vor zum Restaurant, das für heute schon geschlossen hat. Dann entdecken wir einen Wegweiser "Schmugglerpfad", der direkt in das Kraftwerk führt. Über Stufen geht es im Gebäude hinauf, dann quert man über eine Brücke die Schleuse und auf der anderen Seite geht es wieder über die Stufen bergab. Wir folgen der Staustufe und dem Kraftwerk und erreichen die Grenze nach Österreich. Ja ist das lustig. Wir gehen wieder zurück und finden noch einen lustigen Eisautomat, der wie ein Staubsauger funktioniert. Unser Abendessen besteht aus einer Brotzeit inkl. Schifferlschauen. Heute Abends sind noch gut zehn Ausflugsdampfer gekommen, die hier abgeschleust werden. Das macht Spaß diesen zuzuschauen. Es wird dunkel und wir sitzen mit einem Radler draußen und genießen die Zeit und die Blicke auf die Schiffe. Um 22.30 Uhr ist dann Schluss und es geht ins Bett.
Morgen wollen wir die Gegend um Jochenstein erkunden, inklusive Aussichtspunkt, Fähre und einen Abstecher nach Österreich.