Bucina, Fürstenhut und die verlassenen Dörfer


Rundweg, 10,9 km und 269 Höhenmeter
Markierung: Trauermantel und in Tschechien gelb, rot und blau

 

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14.10.2025

 

Wir sind wieder drei Tage im Nationalpark Bayerischen Wald und im Sumava unterwegs. Gestern haben wir bereits die Steinbachklause erwandert, heute geht es nach Bucina und zu den verlassenen Dörfern und morgen steht das Säumermoor auf dem Programm. 

 

Wir haben in Neuschönau auf dem Stellplatz am ehemaligen Fußballplatz übernachtet und sind bei bestem Wetter von der Sonne geweckt worden. Wir sind heute sehr früh dran, denn wir wollen vom Wanderparkplatz Bucina starten, den man nur bis 9 Uhr früh anfahren darf (Navi: Teufelshänge, 94151 Mauth). Die Anfahrt ist nur während der Igelbus-Saison erlaubt (ca. Mai-Oktober). Da die Parkplätze hier aber sehr rar sind, empfehlen wir ab Finsterau mit dem Igelbus anzureisen. Wir sind um acht Uhr da und machen erst einmal Frühstück. Außer uns steht heute niemand hier (Saisonende). Wir schauen uns erst einmal den Parkplatz an, der sich direkt an der tschechischen Grenze befindet. Es gibt hier auch noch einen "Eisernen Vorhang" und viele Infos zur Grenze und den Wanderwegen. 

Nachdem wir nun lange genug getrödelt haben :-), geht es los. Die Sonne scheint, aber es ist trotzdem bitterkalt. Wir folgen der Markierung "Trauermantel" in Richtung Teufelsklause. Über einen Wiesenweg geht es an der Grenze bergab. Wir treffen auf einen Forstweg, biegen nach rechts und nur einige Meter später scharf links ab. Ein sehr steiniger und steiler Pfad führt uns hinab zur Teufelsbachklause. Hier befindet sich auch ein alter Triftkanal, dessen Erkundung sich lohnt. Wir folgen weiter unserer Markierung und es geht immer weiter bergab. Nach 1,4 km erreichen wir einen weiteren Forstweg und biegen hier nach links auf eine Brücke über den Teufelsbach ab. Wir queren hier die Grenze nach Tschechien. 

Ab dem Wegweiser "Čertova voda - CZ/D" folgen wir der Markierung "gelb". Über einen Pfad mit Bohlenwegen geht es nun wieder aus dem Tal hinaus. Nach einigen Metern erreichen wir einen steinigen Weg, dem wir immer weiter bergauf folgen. Nach 800 Metern erreichen wir den nächsten Wegweiser "Chaloupky" und wir folgen weiter der Markierung "gelb". An diesem Ort stand einst das Dorf "Hüttlmühle". Nur ein paar Mauerreste kann man noch erkennen. Es geht weiter auf dem Feldweg, der uns an einer riesigen Kuhweide mit schöner Aussicht vorbeiführt. Entlang des Weges sind etliche Kreuze aufgestellt. 900 Meter weiter treffen wir auf eine große Wegekreuzung. 

Wir haben den Wegweiser "Furik" erreicht, folgen weiter der gelben Markierung und biegen nach rechts ab. Ein breiter Schotterweg führt uns nun über eine freie Fläche mit schöner Aussicht. Nach 500 Metern erreichen wir den nächsten Wegweiser "Knížecí Pláně - rozc.", biegen nach rechts ab und folgen nun der Markierung "rot". Durch eine Baumallee geht es in Richtung des ehemaligen Dorfes Fürstenhut. Es gibt hier noch einen wieder aufgebauten Friedhof, die Reste der ehemaligen Kirche und ein kleines Holzhaus. Hier lebten einst 48 Familien. Nach dem Krieg wurden alle Menschen vertrieben und das Dorf dem Erdboden gleich gemacht. 1990 wurde der Friedhof und der Platz wieder hergerichtet. Ein wunderbarer und zugleich trauriger Platz. Wir bleiben ewig stehen und schauen uns alles ganz genau an und überlegen, warum wir Menschen so dumm sind und nie dazulernen. 

Gleich hinter der Kirche steht der nächste Wegweiser "Knížecí Pláně - kostel". Wir folgen der Markierung "rot", die uns nun vorbei an steinumrandeten Weiden hinab ins Grenztal führt. Wow, die Natur hier ist einzigartig. Ein Wiesenweg führt uns immer weiter bergab. Wir haben viele tolle Blicke auf die Umgebung. So geht es immer weiter hinab zum Grenzbach Červený potok. Es geht durch ein kleines Moor auf einem Holzbohlenweg und wir folgen dem Weg noch bis zu einer Brücke und dem Wegweiser "Hraniční kámen - Červený potok". Einfach super!!!

Eine total schöne und einsame Landschaft. Die alten Grenzstreifen sind etwas ganz besonderes. Auf dem bekannten Weg gehen wir wieder zurück zum ehemaligen Dort Fürstenhut. Dort machen wir erst einmal Brotzeit. Der Rückweg dorthin ist nicht minder schön, denn wir haben jetzt einen Perspektivwechsel :-). 

Wir gehen wieder zurück zum Wegweiser "Furík" und folgen nun der Markierung "blau" in Richtung Bucina. Über einen Feldweg und später eine Straße geht es weiter. Knapp 2 km entlang von Wiesen, die mit alten Steinmauern umrandet sind geht es stetig bergauf. Knapp 150 HM später erreichen wir eine Kreuzung und den Wegweiser "Bučina". Dort biegen wir nach links ab, folgen weiter der Markierung "blau" und kommen auch bald am Bucina Hotel vorbei. Hier gibt es noch eine "Ausstellung" der alten Grenzbefestigungen. So schön die Landschaft hier ist, um so trauriger ist die Geschichte dieser Gegend. Krieg und Grenzen sind nie eine gute Lösung. Es geht nun wieder bergab und nach 300 Metern erreichen wir den Grenzübergang Bucina/Teufelgraben, wo unser Van steht. 
Eine total schöne Tour. 

 

Wir fahren weiter nach Tschechien in den Ort Stozec, wo wir am großen Parkplatz für umgerechnet EUR 4 übernachten können. Morgen geht es ins Säumermoor.